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Mark Berghus ist begeisterter Autoliebhaber und sammelt deshalb Autoprospekte und –kataloge verschiedenster Marken. Neben Sammlerware sind auch einige seltene Exemplare dabei. In einem Kellerraum hat er sich sein eigenes Archiv geschaffen und das braucht er auch: Mittlerweile hat er in ca. 1500 Aktenordnern über 100.000 Prospekte gesammelt – das ist nicht nur sehr beeindruckend, sondern auch mit viel Aufwand verbunden.
Begonnen hat Mark Berghus seine Sammlung als Jugendlicher. Mit seinem Vater fuhr er zu Autohäusern, vor allem in der näheren Umgebung. Von dort hat er erste Prospekte mitgenommen. Auf Märkten, wie beispielsweise dem Frühjahrsmarkt in Emsdetten, bot sich die Gelegenheit, neue Prospekte weiterer Hersteller zu finden, wodurch seine Sammelleidenschaft geweckt wurde.
Nachdem er einige Jahre lang „vor sich hin“ gesammelt hat, konnte er nach und nach gute Kontakte aufbauen. Als Mitglied einer Facebook Gruppe mit etwa 1500 Mitgliedern steht er in Verbindung mit Sammlern aus der ganzen Welt. Er besitzt sogar Prospekte kleinerer und unbekannterer Marken, die er mit einem Sammler aus Japan tauschen konnte.
Durch regelmäßige Besuche von Automessen und Sammlerbörsen, Verhandlungsgeschick sowie einer Portion Glück, ist seine Sammlung über die Jahre beachtlich gewachsen. Beispielsweise konnte er auf einigen Automessen Restbestände aufgreifen und vor dem Entsorgen retten. Inzwischen hat er durch seinen großen Bestand viele doppelte Prospekte, die er über einen eigenen Ebay-Shop verkauft.
Sein Sammelinteresse hat sich im Laufe der Jahre quasi verselbstständigt.
Die Prospekte liefern nicht nur umfassende Informationen zu verschiedenen Automodellen, sondern ermöglichen auch einen Einblick in die Zeitgeschichte. So zeigt Herr Berghus mir einige ältere Prospekte aus den 70er und 80er Jahren, die durch ihr buntes Design auffallen – teilweise gibt es sogar gezeichnete Ansichten von Autos, beispielsweise vom VW Käfer. Das verdeutlicht, wie sich neben den Autos an sich auch die zugehörige Werbeindustrie angepasst und verändert hat.
Bei der Vielzahl an Prospekten den Überblick zu behalten, ist eine Herausforderung. Allerdings hat Mark Berghus ein System entwickelt, mit dem er sich gut zurechtfindet. Die Aktenordner sind nach den Herstellern sortiert und zeitlich angeordnet, sodass er auch ohne detailliertere Beschriftung schnell die gesuchten Prospekte findet. Egal, an welchem Auto man interessiert ist – er kann ins Regal greifen und den passenden Ordner herausziehen. Natürlich stelle man sich bei dieser Größe die Frage, ob man wirklich alle Ausgaben brauche, aber wie so oft beim Sammeln gelte das Motto: Haben ist besser als Brauchen.
Schautage in Autohäusern gehörten zum regelmäßigen Wochenendprogramm. Auf der Suche nach seltenen Prospekten hat er schon einige tausend Kilometer zurückgelegt, erzählt mir Herr Berghus. Er weiß teilweise noch genau, woher er die Exemplare hat und verbindet besondere Erinnerungen mit ihnen.
Überraschenderweise hat Herr Berghus kein klassisches Lieblingsauto, sondern ist einfach allgemein an Autos interessiert. Aus diesem Grund hat er seine Sammlung auch nicht auf eine Marke beschränkt oder eingegrenzt – eher im Gegenteil. Auch unbekanntere oder längst nicht mehr existierende Marken sind in seiner Sammlung vertreten.
„Ich bin Autofan und interessiere mich auch für Underdogs.“
Allerdings könnte man durch den regionalen Bezug (Opel Elmer in Emsdetten) behaupten, dass Opel ihn in gewisser Weise an das Hobby herangeführt hat –zumindest war sein erster Prospekt von Opel.
Besonders sind für ihn auch die Kataloge von Porsche, die oft sehr aufwendig und hochwertig gestaltet und dadurch in Sammlerkreisen beliebt sind.
Wie auch in anderen Archiven muss Herr Berghus genau darauf achten, welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum herrschen. Gerade Papier wird sehr schnell angegriffen und vergilbt und zersetzt sich dadurch langsam. Hier kann man je nach Art des Papiers Unterschiede feststellen.
Vor allem seit der Corona-Pandemie hat das Sammelgebiet einen ordentlichen Dämpfer verkraften müssen. Einige Autohersteller haben von jetzt auf gleich die Produktion von Prospekten eingestellt und sind zu digitalen Inhalten übergegangen. Eine Entwicklung, die auch Mark Berghus sehr schade findet. Wie er aber zugibt, wäre ihm so oder so bald der Platz ausgegangen ☺
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